Die Katastrophe um den Neubau der Krabbelkiste

Die Krabbelkiste, ein Ort der in vielen aktuellen und ehemaligen Schülerinnen und Schülern Erinnerungen an ihre erste Zeit am THG weckt. Dieser Anbau, oder Pavillon wie er offiziell heißt, sollte aufgrund seiner Baufälligkeit im Rahmen des Förderprogramms „Gute Schule 2020“ abgerissen und durch einen zweistöckigen Neubau ersetzt werden. Die Bauarbeiten sollten schon 2018 begonnen werden und sollten schnellstmöglich abgeschlossen sein, aber wie man sieht, sieht man nichts. Woran das liegt, wann der Bau nun wirklich starten soll und wer für dieses Dilemma verantwortlich ist habe ich in einem Interview mit dem Schulleiter, Herrn M., versucht herauszufinden.

„Wir sind als Schule nicht über den Stand der Dinge informiert worden.“

S. M. (Schulleiter)


Infobrezel: Erstmal das Wichtigste zuerst: Wird es nun überhaupt zu einem Neubau der Krabbelkiste kommen und wenn ja wann?

Herr M.: Also Hintergrund des Ganzen ist dieses ja dieses „Gute Schule 2020“. Aus diesem Budget wird das Geld genommen. Das bekommt die Stadt zu einem großen Anteil vom Land, aber nur wenn bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ein gewisser Anteil des Geldes ausgegeben wurde, also die ersten Rechnungen müssen bezahlt worden sein. Das Ganze heißt „Gute Schule 2020“, weil das eben Ursprünglich bis 2020 gedacht war. Nach meinem Kenntnisstand aus der Presse ist so, dass das für die Stadt Hagen verlängert wurde, so dass sie etwas länger Zeit haben. Wir reden hier von einem Investitionsvolumen von um die 300 Millionen Euro aus dem Geldsäckle des Steuerzahlers. Und jetzt wurde letztes Jahr eigentlich schon angekündigt zu den Sommerferien – und ich habe das ja die letzten beiden Male am Tag der offenen Tür, also schon 2017, ursprünglich verkündet – dass das ganze abgerissen und neu gebaut wird. Das sollte dann auch zu den Sommerferien letztes Jahr passieren. Wie wir sehen ist nichts passiert. Dann wurde gesagt zu den Herbstferien, zu den Weihnachtsferien, dann habe ich gar keine Informationen mehr bekommen und jetzt steht es immer noch und nichts ist passiert.

Ich habe schon mehrfach nachgefragt bei den Verantwortlich. Die letzte Auskunft, die ich bekommen habe, nachdem man mir erst gesagt hatte, dass man mir darüber keine Auskunft geben könne, war, dass sie auch nichts wüssten und die letzte Auskunft war dann: Ja, die Container sein ausgeschrieben, aber es hätte sich noch keine Firma drauf gemeldet, wobei ich diese Information, dass sie ausgeschrieben sind auch schon letztes Jahr bekommen hatte – warum jetzt plötzlich nochmal ausgeschrieben sind weiß ich nicht – es habe sich keine Firma darauf gemeldet.

Jetzt hat sich bisschen was Neues entwickeln nachdem ich überall in der Stadt rumtelefoniert habe. Bei dem Schulträger hat sich zumindest ein bisschen was getan, denn offensichtlich hat vorgestern (26.6.2019) – ohne mein Wissen – hier eine Baubesprechung stattgefunden. Der Hausmeister wusste auch nicht Bescheid und in dieser Baubesprechung ging es offensichtlich – ich habe noch keine Information – jetzt tatsächlich um das Aufstellen der Container und da sind jetzt wohl die Herbstferien angedacht. Darauf gebe ich erstmal nichts, weil ich diese Informationen ja schon des Öfteren bekommen habe, aber wenn es eine Baubesprechung gibt könnte es zumindest sein, dass der Neubau bzw. das Aufstellen der Container, zusätzlich zu Ausschachtarbeiten – das muss ja an Wasser, Strom usw. noch angeschlossen werden – dass das in diesem Kalenderjahr jetzt tatsächlich so in Angriff genommen wird. Wenn das tatsächlich so ist, dann könnten wir auch in diesem Kalenderjahr umziehen von dem Pavillon in die Container. Dann wird das eventuell auch fristgemäß als nächstes Jahr 2020 so weit kommen, dass die Baumaßnahmen angefangen haben.

Also davon geh ich jetzt mal positiv aus. Denn ich gehe sowieso davon aus, dass die bei der Stadt sich einfach dieses Geld nicht entgehen lassen können, denn es kann ja nicht sein, dass das Geld verfällt. Das ist durch den Schulausschuss bestätigt worden, durch den Rat der Stadt bestätigt und beschlossen worden, also muss da jetzt auch etwas geschehen.

Infobrezel: Wer ist denn jetzt hauptverantwortlich, dass das Ganze jetzt nicht läuft?

Herr M.: Ja das ist das nächste Problem. Durch eine Umstrukturierung der Verwaltung der Stadt Hagen hatten wir lange Zeit eigentlich keinen hauptverantwortlichen Ansprechpartner. Da war das eigentliche Problem überhaupt Information zu bekommen. Wir sind als Schule nicht über den Stand der Dinge informiert worden. Auch auf Nachfrage meinerseits sind nur spärliche Informationen geflossen. Daher kann ich momentan überhaupt nicht sagen wer dafür verantwortlich ist. Ich weiß nicht woran es liegt. Die letzte Information, dass sich niemand gemeldet hatte auf die Ausschreibung der Container, ist die einzige Information, die ich bekommen habe, aber daran kann es ja nicht scheitern.

Infobrezel: Und jetzt gibt es aber immer noch niemanden der sich irgendwie verantwortlich dafür fühlt?

Herr M.: Ich habe noch keine offiziellen Informationen von Seiten der Stadt bekommen. Trotz der Tatsache, dass ich dort angefragt habe. Wobei ich aber, das muss man dazu sagen, ein Mitglied des Schulausschusses angesprochen habe und der Dame habe ich das ganze gezeigt und ich hoffe, dass sie das ganze auch nochmal im Schulausschuss zur Sprache bringt, damit nämlich von Seiten der Politik auch mal nachgehakt wird was denn jetzt in der Verwaltung so der Stand der Dinge ist.

Infobrezel: Also haben sie aber noch Hoffnung, dass das Bauprojekt stattfinden wird?

Herr M.: Also ohne Hoffnung geht es mittlerweile nicht mehr, deshalb: Ja, ich habe Hoffnung und bin auch davon überzeugt, dass es funktionieren wird.

Infobrezel: Dann danken wir Ihnen für dieses Gespräch.

Herr M.: Sehr gerne. Vielleicht weiß ich nach der nächsten Schulausschusssitzung mehr.


Nach diesem Interview wird einmal mehr klar, dass es große Probleme in der Verwaltung der Stadt gibt, wenn sogar viele Millionen Euro einfach durch mangelnde Umsetzungsfähigkeit drohen zu verfallen. Es ist zu hoffen, dass sich durch das Einschalten der Politik nun etwas ändert und der Neubau so schnell wie möglich begonnen werden kann, damit endlich wieder Generationen von Schülern in einem modernen Pavillon unterrichtet werden können und nicht in einer Bauruine.